Seit dem 2. Februar 2025 gilt eine oft übersehene Verpflichtung der europäischen KI-Verordnung (AI Act):
Artikel 4 – KI-Kompetenz.
Wichtig dabei:
👉 Diese Pflicht betrifft nicht nur Unternehmen, sondern gleichermaßen Behörden und öffentliche Stellen.
Denn überall dort, wo KI eingesetzt wird, müssen Menschen in der Lage sein, sie sachkundig, verantwortungsvoll und sicher zu nutzen.
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Was „KI-Kompetenz“ konkret bedeutet
Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet Organisationen dazu, sicherzustellen, dass alle Personen, die mit KI-Systemen arbeiten:• über ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen • die Funktionsweise und Grenzen von KI verstehen • Risiken erkennen und bewerten können • KI situationsgerecht einsetzen
Das umfasst ausdrücklich:• Mitarbeitende • Führungskräfte • externe Dienstleister • Freelancer
👉 zusätzlich relevant: auch Entscheidungsträger in Fachabteilungen, die KI-Ergebnisse nutzen oder darauf basierende Entscheidungen treffen.
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Für wen gilt die Pflicht?
Artikel 4 KI-VO richtet sich an Anbieter (die ein KI-System entwickeln oder vermarkten) und an Betreiber (die ein KI-System im eigenen Kontext einsetzen).
Kurz gesagt: für alle Organisationen, die KI nutzen oder einsetzen.
Dazu gehören:
Unternehmen• Mittelstand • Konzerne • Selbstständige
Öffentliche Stellen• Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden • öffentliche Einrichtungen • Körperschaften des öffentlichen Rechts
👉 Besonders im öffentlichen Sektor ist die Relevanz hoch, weil hier häufig Entscheidungen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger getroffen werden.
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Was die Bundesnetzagentur dazu sagt
Die Bundesnetzagentur hat 2025 konkretisiert, wie Artikel 4 umzusetzen ist.
Zentrale Botschaft:
👉 KI-Kompetenz ist kein einmaliges Seminar, sondern ein dauerhafter Organisationsprozess.
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Besonderheiten für Behörden und öffentliche Einrichtungen
Während Unternehmen oft Effizienz und Innovation im Fokus haben, gelten im öffentlichen Bereich zusätzliche Anforderungen:
- Höhere Anforderungen an Nachvollziehbarkeit
Entscheidungen müssen:• überprüfbar sein • dokumentiert werden • gegenüber Bürgern erklärbar sein
👉 KI darf keine „Black Box“ bleiben.
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- Grundrechte und Gleichbehandlung
Behörden müssen besonders beachten:• Diskriminierungsrisiken (Bias) • faire Entscheidungen • Auswirkungen auf Grundrechte
👉 Fehlerhafte KI-Nutzung kann hier rechtlich besonders kritisch sein.
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- Verantwortung bleibt beim Menschen
Auch wenn KI unterstützt:
👉 Die Verantwortung liegt immer bei der Behörde bzw. den handelnden Personen – nicht beim System.
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Was konkret umgesetzt werden sollte
Die Bundesnetzagentur macht deutlich: Es gibt keine Einheitslösung.
Aber es gibt klare Mindestanforderungen.
- Einsatz von KI erfassen • Wo wird KI genutzt?
• Welche Tools kommen zum Einsatz?
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- Risiken bewerten
Je nach Einsatzbereich:• geringes Risiko (z. B. Textunterstützung) • erhöhtes Risiko (z. B. Entscheidungsunterstützung)
👉 In Behörden oft sensibler als im Marketing eines Unternehmens.
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- Schulungen und Sensibilisierung
Mögliche Formate:• kurze interne Trainings • Leitfäden • Workshops
Wichtig:
👉 angepasst an Aufgaben und Verantwortung.
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- Klare Regeln definieren
Zum Beispiel:• Was darf KI? • Was darf sie nicht? • Wann ist menschliche Prüfung verpflichtend?
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- Dokumentation sicherstellen
Nachweisbarkeit ist entscheidend:• Schulungen • Leitlinien • Zuständigkeiten
👉 Gerade im öffentlichen Bereich unverzichtbar.
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Was viele falsch einschätzen
„Das betrifft nur Unternehmen.“
→ Nein. Behörden sind ausdrücklich eingeschlossen.
„Das ist nur ein IT-Thema.“
→ Falsch. Es betrifft Fachbereiche, Recht, Kommunikation und Führung.
„Wir nutzen nur einfache Tools.“
→ Auch generative KI fällt unter die Regelung.
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Gibt es Sanktionen?
Artikel 4 selbst enthält keine direkten Bußgelder.
Aber:
👉 Fehlende KI-Kompetenz kann im Ernstfall als Organisationsverschulden gewertet werden.
Für Behörden bedeutet das zusätzlich:• erhöhte rechtliche Angreifbarkeit • mögliche Verstöße gegen Verwaltungsgrundsätze • Vertrauensverlust bei Bürgern
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Warum KI-Kompetenz strategisch wichtig ist
Sowohl für Unternehmen als auch für öffentliche Stellen gilt:
KI-Kompetenz ist mehr als Compliance.
Sie ist Voraussetzung für:• sichere Digitalisierung • effiziente Prozesse • fundierte Entscheidungen • Vertrauen von Kunden und Bürgern
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Fazit: Jetzt strukturiert starten
Egal ob Unternehmen oder Behörde:
Wenn KI genutzt wird, sollte jetzt mindestens:1. eine Bestandsaufnahme erfolgen 2. Risiken bewertet werden 3. Mitarbeitende geschult werden 4. klare Regeln definiert werden 5. Maßnahmen dokumentiert werden
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👉 Das Ziel: KI nutzen, aber mit klarer Struktur und Leitplanken.
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